10 Apps, mit denen Du fairer einkaufst und besser isst

Was kann man eigentlich noch essen?! Diese entnervte Frage hören wir häufig. Immer mehr Menschen möchten gerne mit gutem Gewissen einkaufen und essen – aber fühlen sich überfordert von immer neuen Lebensmittel-Skandalen, widersprüchlichen Ratschlägen und Meinungen. Schließlich kann niemand Experte in allen Fragen zu Inhaltsstoffen, Biosiegeln, Allergenen, Transportwegen und Fairem Handel gleichzeitig werden. Was tun?

Unsere Lösung sind professionelle Ratgeber – am Besten solche, die man in der Hosentasche überall mit hinnehmen kann. Diese 10 Apps benutzen wir immer dann, wenn wir ohne sie nicht weiter wissen. Sie beantworten Fragen wie: Kann man diesen Fisch mit gutem Gewissen kaufen? Hat dieses Gemüse jetzt überhaupt Saison? Wie viel Zucker ist in dieser Limonade? Kann ich diesem Siegel vertrauen?

Alle Apps in unserer Liste sind kostenlos. Wir empfehlen sie, weil wir von ihnen überzeugt sind. Nur bei Platz 10 waren wir ein bisschen voreingenommen… Na dann, guten App-etit!

 

1. Code Check: Scannen ist Macht

Apps mit Barcode-Scanner gibt es viele, aber wir mögen Code Check besonders, weil es für jedes gescannte Lebensmittel sofort anzeigt, welche Nährwerte, Schadstoffe und Gütesiegel-Standards es erfüllt – und ob es vielleicht eine bessere Alternative gibt. Wenn Du in Deinem Profil Deine Essgewohnheiten oder Unverträglichkeiten angibst, siehst Du außerdem, wie gut das Lebensmittel zu Deiner Ernährungsweise passt. Das geht sogar über die Lebensmittelampel hinaus, gegen die sich unsere Lebensmittelindustrie immer noch so beharrlich wehrt.

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2. Siegelklarheit: Gute Güte!

In der Flut der vermeintlichen “Qualitäts”-Siegel kann unser Vertrauen als Verbraucher schon mal untergehen. Hier hilft die übersichtliche Siegel-Datenbank des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Du kennst ein Siegel auf einem Produkt nicht? In der App kannst Du es scannen oder nach dem Namen suchen. Einige Siegel werden nach Glaubwürdigkeit, Sozialverträglichkeit und Umweltfreundlichkeit bewertet – leider jedoch längst nicht alle. Kommt vielleicht noch.

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3. Saisonkalender: Was wächst wann?

Diese App tut schlicht und einfach, was sie verspricht: Für jede Obst- und Gemüsesorte zeigt sie sortiert nach Monaten, ob es dieses Lebensmittel gerade aus heimischem Anbau oder nur als Importware gibt. Das ist nicht revolutionär, aber ungemein praktisch, wenn einem auf dem Wochenmarkt mal wieder im März Erdbeeren “aus der Region” angeboten werden.

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4. Regio App: Alles Gute von hier

Regionalität ist uns wichtig, klar! Deswegen gehört die App der Regionalbewegung für uns zur Grundausstattung jedes mobilen Gerätes. Ob man nun regional einkaufen oder regional essen gehen möchte, die App findet die meisten Hofläden, Wochenmärkte und Restaurants, die Regionales anbieten. Du hast die Wahl, ob Du die Suchtreffer in Deiner Umgebung auf einer Karte oder in Listenform sehen möchtest. Zu den meisten Einträgen gibt es hilfreiche Detailinfos wie Öffnungszeiten mit dazu. Unser Lieblings-Feature: die Kategorie “Marktschwärmer” unter “Regional einkaufen”…

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5. Green Apes: Dschungel grüner Ideen

Green Apes will ein soziales Netzwerk für grüne Ideen werden. Als Nutzer kannst Du hier kundtun, wenn Du z.B. ein gutes regionales Restaurant, einen Laden für gerettete Lebensmittel oder auch nur ein geniales neues Rezept aufgetan hast. Obwohl Green Apes mit dem Slogan “Du bist nicht allein im Dschungel” wirbt, ist dieser Dschungel noch eher dünn besiedelt. Die Karte mit grünen Orten in Deiner Nähe hat aber zumindest in größeren Städten schon einige interessante Einträge vorzuweisen. Und schließlich leben alle Projekte vom Mitmachen – deswegen hat es auch diese App in unsere Empfehlungsliste geschafft.

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6. Too Good To Go: Die Essensretter

Fast ein Drittel aller Lebensmittel landen nicht im Magen, sondern im Müll. Ein großer Teil dieser Verschwendung passiert in der Gatronomie und im Lebensmittelhandel. Die Idee von Too Good To Go ist, diese überproduzierte oder nicht verkaufte Ware zum reduzierten Preis doch noch an den Kunden zu bringen. Als Nutzer suchst Du aus, worauf Du Lust hast, bezahlst online und holst Dein Essen dort ab, wo es angeboten wird. Wir haben so schon häufiger abends Backwaren vom selben Tag gerettet, aber es gibt auch so ausgefallene Angebote wie Sushi oder Suppen.

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7. Zu Gut Für Die Tonne: Reste-Rezepte

Wo wir gerade bei geretteten Lebensmitteln sind: Manchmal fällt uns partout nicht ein, was man aus den Lebensmitteln zaubern könnte, die während der Woche übrig geblieben sind. Dann kommt die App des Bundesminiteriums für Ernährung und Landwirtschaft zum Einsatz: Im Rezeptefinder kann man mehrere Grundzutaten eingeben und mit etwas Glück spuckt die App eine passende Rezeptidee aus. Über 500 Rezepte sind derzeit schon in der Datenbank. Dazu gibt es eine Einkaufslisten-Funktion und umfassende Hintergründe zum Thema Lebensmittelverschwendung, die tatsächlich sehr informativ sind. Nur auf die “Kochpaten” von Ilse Aigner bis Daniel Brühl, die ihre Rezepte beisteuern, hätten wir verzichten können. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

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8. WWF Fischratgeber: Welchen Fisch kann ich mit gutem Gewissen essen?

Unsere Nachfrage als Verbraucher steuert das Angebot in anderen Teilen der Welt, mit allen Auswirkungen auf die Umwelt. Das gilt für alle Lebensmittel – aber angesichts 30% überfischter Fischbestände weltweit solltest Du bei Fisch besonders darauf achten, was Du kaufst. Der Fischratgeber listet alle erdenklichen Fischsorten auf und erklärt jeweils für Wildfang und Zuchtfische, ob man sie guten Gewissens kaufen kann oder lieber verzichten sollte. Wer es sich einfach machen möchte, wählt nur noch Fischarten aus der grünen Kategorie “Gute Wahl”.

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9. All I Can Eat: Kampf der Intoleranz

Wer mit einer Lebensmittelallergie oder -intoleranz kämpft, verbringt viel Zeit mit dem Lesen von Etiketten. Diese App kann zwar nicht für jedes einzelne Produkt sagen, ob es wirklich kein Gluten, Histamine, Lactose etc. enthält. Aber sie weiß, ob ein Produkt typischerweise frei von diesen Stoffen ist oder nicht. Als Nutzer kannst voreinstellen, welche Intoleranzen Du hast und dann nach Produktnamen suchen. Eine Farbskala von grün bis rot zeigt Dir, wie wahrscheinlich das Produkt für Dich zum Verzehr geeignet ist. Das spart viel Zeit beim Einkaufen und Kochen.

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10. Marktschwärmer: Auch unterwegs fairer einkaufen, besser essen

Eigenlob stinkt ja bekanntlich ein bisschen, aber wir halten uns kurz die Nase zu und empfehlen Dir in aller Bescheidenheit unsere Marktschwärmer-App: Noch nie war es so bequem, alles Gute aus Deiner Region direkt von den Erzeugern Deines Vertrauens zu bestellen und dann in der Schwärmerei in Deiner Nähe abzuholen. Die App erinnert Dich auf Wunsch daran, wenn ein neuer Verkauf startet und wenn Deine Bestellung in der Schwärmerei zur Abholung bereit ist. Ein digitaler Bestellschein sorgt dafür, dass Du beim Abholen nichts vergisst. Und natürlich hast Du auch beim Einkaufen über die App die volle Transparenz, was in Deinem Essen drin ist, wer es hergestellt hat und wie. Marktschwärmer ist der Bauernmarkt für die Hosentasche.

Kostenlos im App Store und bald bei Google Play


Welche Ratgeber-Apps fehlen in unserer Liste? Schreib uns in die Kommentare, welche App Dir im Alltag schon oft weitergeholfen hat. Wir probieren gerne was Neues, nicht nur beim Essen.

 

Mehr über Marktschwärmer erfährst Du auf unserer Webseite und unserer Facebook-Seite.

Über den Autor

Volker Zepperitz

Volker Zepperitz

Volker Zepperitz ist dort unterwegs, wo man die ökologische Ernährungswende bereits sehen und am Besten auch schmecken kann. Er ist Journalist und hat Politische und Wirtschafts-Kommunikation in Berlin und London studiert. Seit 2016 kümmert er sich als Pressesprecher der Marktschwärmer darum, die Bewegung bekannter zu machen und die Diskussion über faires, nachhaltiges Essen anzutreiben.

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