Was kostet der Salat?

Mit ihrem Einkauf über Food Assembly unterstützen Kundinnen und Kunden gezielt die wirtschaftliche Existenz bäuerlicher Erzeugerinnen und Erzeuger in der Region – zum Beispiel Angelika Glawe von der Luch-Gärtnerei im Havelland, Brandenburg.

Rund 3600 Kilometer legt ein durchschnittliches Lebensmittel in Europa laut ARTE zurück, bis es im Supermarkt landet – die Ökobilanz dieser Produkte dürfte wenig erfreulich sein. Hier kann die Gemüsebäuerin Angelika punkten: Ihre Gemüseprodukte, Salate, das Obst, die Kräuter, Säfte und Fruchtaufstriche haben es nicht weit nach Berlin. Rund 50 Kilometer reisen die Erzeugnisse bis in die Innenstadt.

Was die Kundinnen und Kunden bestellt haben, erntet sie morgens frisch für die Auslieferung. Frische, Vielfalt und Geschmack, damit kann die Gemüsebäuerin punkten. Darauf ist sie ungemein stolz.

Nicht mithalten kann Angelika jedoch, wenn sie versucht, ihre Produkte an Handelsketten zu verkaufen. Sie hat es versucht. Zu klein ist angeblich die Erntemenge, die zudem stark vom Wetter und anderen Faktoren abhängt. Zu ungewöhnlich sind die Sorten, die sie anbaut. Oft sind Misfits darunter, krumme Dinger, die üblicherweise sofort entsorgt werden. Der Handel verlangt stabile Mengen, immer gleich aussehend und gleich schmeckend, ohne Abweichungen, ohne Fehler, zu ruinösen Konditionen.

Würde sie ihre Produkte über Handelsketten verkaufen, könnte Angelika mit 25 bis 50 Cent Erlös pro Salatkopf rechnen, so ihre Erfahrung. Zu wenig zum Überleben. Deshalb vermarktet sie mit Leidenschaft und Überzeugung ihre Erzeugnisse direkt – über das Modell der Solidarischen Landwirtschaft, bei dem die Vereinsmitglieder den landwirtschaftlichen Betrieb vorfinanzieren und dafür Ernetanteile erhalten, sowie über Food Assembly.

Bei Food Assembly kann sie den Verkaufspreis für ihre Produkte nach eigenem Ermessen selbst festlegen. In den Berliner Food Assembly-Märkten, die sie beliefert, verlangt sie für einen Salatkopf den Preis, den sie benötigt, um alle Kosten zu decken, als Landwirtin verantwortungsbewußt zu wirtschaften und von ihrer Arbeit leben zu können. Das sind 1,80 Euro.

Ein Salatkopf von Angelika Glawe kostet 1,80 Euro. – Immer vorausgesetzt, die Kundinnen und Kunden spielen mit. (ut)

Nachtrag: Angelika Glawe hat ein Crowdfunding gestartet, um eine Kühlzelle für ihren Hof, die Luchgärtnerei, zu finanzieren. Diese benötigt sie, um ihre Gemüse, Salate, Obstsorten und Kräuter zum optimalen Zeitpunkt in die Abholstationen der Solidarischen Landwirtschaft in der Stadt und in Food Assemblies ausliefern zu können. Hier geht’s zum Crowdfunding.

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