Erzeugerporträt: Ziegenkäserei Capriolenhof

Die Ziegenkäserei Capriolenhof liegt eine gute Stunde mit Bahn und Bus nördlich von Berlin an einer Schleuse der Oberen Havel-Wasserstraße. Wer den Hof besuchen will, muss zuletzt ein Hindernis überwinden: einige Kilometer auf unbefestigten, abenteuerlichen Wegen in der westlichen Uckermark. Schier endlos verläuft der Fahrtweg durch die Seen-, Wald- und Heidelandschaft, bis unvermittelt der Hof auftaucht, wenn man es gar nicht erwartet. Schon so mancher Besucher, sagt Hans Peter Dill vom Capriolenhof verschmitzt, hat unterwegs aufgegeben, weil er glaubte, sich verirrt zu haben, oder er hat seinen Wagen wahlweise auf einen der vielen Sandbuckel oder in den Schlamm gesetzt. Dann helfe nur noch Abschleppen mit der Zugmaschine.

Der Capriolenhof an der Schleuse Regow zählt zu den herausragenden Käsereien im deutschen Norden. Hier entstehen etwa 20 Sorten wundervolle handwerkliche Hofkäse wie die legendären „Blühenden Landschaften“, ein cremiger Frischkäse mit aufgestreutem Lavendel, der beim Ausreifen eine helle Rinde ausbildet. Die gut 180 Ziegen, alte Toggenburger, weiden täglich in der kleinen Schorfheide, einem Offenlandgebiet, das lange militärisch genutzt wurde. Hier sind die Ziegen nebenberuflich als Landschaftspfleger tätig.

Das Käsemacherpaar Sabine Denell und Hans Peter Dill hat 1994 begonnen, den Hof als Ziegenkäserei auszubauen. Inzwischen ist der Schleusenhof Regow nach den charakteristischen Sprüngen seiner Tiere benannt, den Capriolen, die die Ziegen immer wieder ausführen. Am Capriolenhof, der Bio-zertifiziert ist, wird viel Wert gelegt auf eine angstfreie, respektvolle Tierhaltung mit großzügigem Auslauf, Fütterung mit regionaltypischen Pflanzen und höchster Sorgfalt beim Melken.

Der Hof lädt immer wieder zu Festen, Grillabenden und Kulturveranstaltungen ein und ist in der Region ein beliebtes Ausflugsziel, wo Kinder und Erwachsene noch echte Ziegen sehen und beim Käsemachen zuschauen können. Die regelmäßigen Käse-Workshops sind meist schnell ausgebucht. Hier geht es nicht nur um die Herstellung handwerklicher Käse, sondern eben auch um Fragen wie: Was fühlt so eine Ziege?

Die Käsemacher sind Direktvermarkter aus Überzeugung. Nichts gelangt in die Supermärkte, da dort keine fairen Preise für gute Erzeugnisse zu erzielen sind, sagt Hans Peter Dill entschieden. Die Käse gehen entweder in die Gastronomie oder werden im eigenen, schönen Hofladen und auf Wochenmärkten an treue Kunden abgegeben, die die Qualität und die Besonderheiten der handwerklichen Arbeit zu schätzen wissen. Seit Oktober verkauft der Capriolenhof auch in den Berliner Food Assemblies – herzlich willkommen! (ut)

Ziegenkäserei Capriolenhof

Schleusenhof Regow, 1
16798 Fürstenberg / Bredereiche

Foto © Capriolenhof

 

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