Erzeugerporträt: Biohof Hausmann

Daniel kommt jetzt abends früher vom Acker zurück, wegen der Umstellung auf die Winterzeit, obwohl er gerne noch draußen weitergearbeitet hätte. Aber im Dunkeln nicht. Jetzt muss noch der Weizen ausgesät werden. Dann kann langsam der Winter kommen.

Der 24jährige Daniel Hausmann hat 2012 den elterlichen Hof bei Rochlitz übernommen, auf halber Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig gelegen, und führt ihn mit frischen Ideen weiter. Rund 20 Hektar gehören zum Hof, das ist nicht groß für ostdeutsche Regionen, wo riesige Agrargüter aus der DDR-Zeit dominieren.

Biohof Hausmann

Der Hausmann-Hof gehört zu den wenigen Betrieben in Sachsen, die im letzten Jahr auf Bio umgestiegen sind. Derzeit ist er in der Umstellungsphase, was bedeutet, es wird bereits nach Bio-Standards produziert, es darf aber noch nicht als Bio verkauft werden. Im Mai ist es soweit.

Derzeit studiert Hausmann noch an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde Ökolandbau und Vermarktung. Der Hof muss trotzdem laufen. „Zum Glück konzentriert sich die meiste Arbeit im Ackerbau auf Frühling und Herbst, da sind Semesterferien und ich habe genügend Zeit.“ Ohne die familiäre Unterstützung, sagt er gegenüber der Regionalzeitung, hätte er das Projekt nicht angehen können.

Der Hausmann-Hof arbeitet bio-vegan – „aus Überzeugung“, wie Daniel betont. Der bio-vegane Landbau ist eine in Deutschland noch vergleichsweise schwach entwickelte Richtung in der Landwirtschaft, anders als in Großbritannien, wo es bereits Erfahrungen gibt, wie Höfe ohne Tiere, auch ohne tierische Düngemittel wirtschaften können. Der bio-vegane Land- und Gartenbau ist nun auch hierzulande im Aufbruch. Hausmann hat im Bio-Veganen Netzwerk (BVN) starken Rückhalt für seine Pläne.

Biohof Hausmann

Zur Food Assembly in der Chemnitzer Schönherrfabrik ist der Biohof gekommen, um den eigenen Apfelsaft loszuwerden. Im Gespräch mit dem Marktleiter wurde schnell klar, dass auch Gemüse gebraucht wird.

Die Food Assembly Chemnitz hat im Juni des Jahres eröffnet und fand sofort riesigen Zuspruch in der Stadt. Zu den Märkten und Festen sind über Sommer Hunderte interessierte Besucherinnen und Besucher gekommen und die Medien haben ausführlich darüber berichtet.

Daniel hat die Chance erkannt, im Frühjahr eine Fläche Getreide umgebrochen und verschiedene Gemüsearten angebaut. Die guten Verkäufe über die Food Assembly haben ihn in seinen Plänen bestätigt, den Gemüsebau aufzustocken und sich künftig schwerpunktmäßig darauf zu konzentrieren. Eine Erfolgsgeschichte.

Im kommenden Frühjahr wird zusätzlich ein Hofladen eröffnet und bio-vegane Gemüsekisten sollen im Leipziger Raum ausgeliefert werden. Wer den Hof näher kennenlernen will, kann dann gerne vorbei kommen.

Nun ist erst einmal die Saison vorüber und es gibt ein paar Monate Lagergemüse vom Biohof Hausmann in der Chemnitzer Food Assembly. Bevor es wieder losgeht im nächsten Jahr hat Daniel noch vieles zu durchdenken, zu planen und vorzubereiten auf dem Hof. Der anstehende Winter ist dafür die richtige Zeit. (ut)

Biohof Hausmann

 

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