Schöne Bescherung: Weihnachten ohne Verpackungsmüll

Jedes Weihnachten dasselbe: Kurz vor der Bescherung wickeln wir Unmengen von Geschenkpapier, Bändern und Klebeband hektisch um die Geschenke für unsere Liebsten …und die Schwiegermutter. Und noch am selben Abend liegt das alles als großer Müllhaufen neben dem Weihnachtsbaum. Muss das so sein? Wir haben drei Ideen für müllfreies Verpacken ausprobiert.

Unser Verbrauch an Verpackungsmaterial steigt angeblich jedes Weihnachten um 20 Prozent. Wir verstecken unsere Geschenke unter immer mehr Goldpapier, in funkelnden Tüten und schrill bunten Schleifen – fast so, als würden wir jedes Jahr ein bisschen unsicherer, ob der Inhalt auch wirklich den Geschmack der Beschenkten trifft. Wir fordern mehr Mut zu guten Geschenken und noch besseren Verpackungen!

Furoshiki, falten und fertig

Furoshiki sind quadratische Stofftücher, die man in Japan zu kleinen Taschen oder Geschenkverpackungen faltet. Der Vorteil dieser japanischen Tradition liegt auf der Hand: Die Tücher sind beliebig oft wiederverwendbar und sehen trotzdem raffiniert aus! Und das Einpacken geht schnell wie noch nie.

© Olivier Cochard

Als Furoshiki eignen sich sämtliche Stoffreste aus Baumwolle oder Leinen, solange sie keine Flecken haben. Fleckige Stoffe bleiben den Schwiegermutter-Geschenken vorbehalten. Die richtige Falttechnik ist schnell gelernt und erfordert im Gegensatz zum Einpacken mit Geschenkpapier kaum Geschick. So geht’s:

Wichtig ist, dass das Stofftuch ausreichend groß ist: Für ein kleines Buch oder eine Tafel Schokolade brauchst Du zum Beispiel ein etwa 18×18 cm großes Tuch, für eine Flasche Wein etwa 27×27 cm. Bügele den Stoff vorsichtig, wenn nötig.

Lege Dein Geschenk so auf das ausgebreitete Quadrat, dass seine Außenkanten diagonal, nicht parallel, zu den Außenkanten des Stoffes liegen. Auf dem Bild oben siehst Du, was wir meinen. Falte zwei einander gegenüberliegende Ecken über dem Geschenk, so dass sie überlappen.

© Olivier Cochard

Mache einen hübschen Doppelknoten mit den beiden verbleibenden Ecken. Die Enden des Knotens kannst Du durch Glattstreichen etwas in Form bringen, so dass sie einem Blütenblatt ähneln. Wenn es nicht beim ersten Mal perfekt aussieht, probiere es einfach nochmal. Auch das ist ein Vorteil gegenüber Verpackungen aus Papier und Klebeband…

Veredele Deine Verpackung mit kleinen passenden Accesoires, einem Kiefernzweig, einer Zimtstange oder Rosmarin.

Neues Leben für alte Straßenkarten

Wann hast Du das letzte Mal die Straßenkarte aus dem Handschuhfach benutzt, auf der womöglich noch eine Grenze mitten durch Deutschland verläuft?! Seit es Navis und Google Maps gibt, nicht mehr, stimmt’s?

© Olivier Cochard

Als Geschenkpapier kann diese Karte noch einmal einen echten Zweck erfüllen. Also, Schere raus und losschnippeln. Getreu dem Motto: Es muss ein Schnitt durch Deutschland gehen. Besonders eignet sich Karten-Geschenkpapier natürlich für Geschenke wie Reisegutscheine, Reiseführer und alles, was mit Fernweg zu tun hat. Was für eine Symbolik!

Natürlich kannst Du genauso gut Zeitungen und Zeitschriften upcyclen. Vielleicht findest Du eine Seite mit einer Schlagzeile, die inhaltlich zu Deinem Geschenk passt? Wenn nicht, schreib doch einfach selbst etwas passendes zwischen die gedruckten Zeilen.

© Olivier Cochard

Als Schleifen oder Geschenkband empfehlen wir für Straßenkarten und Zeitungen eher etwas Rustikales wie Paketband, weil es in der Kombination einfach besser aussieht. Und ein bisschen weihnachtliche Deko wie in unseren Beispielen kann natürlich auch nicht schaden.

Kordelbeutel, das Geschenk im Geschenk

Zum Schluss die mit Abstand schnellste Verpackungsidee aller Zeiten: der Kordelbeutel! Zero Waste-Enthusiasten haben sowieso immer einen oder mehrere dieser kleinen, leichten Stoffbeutel mit Kordelzug dabei. Mit ihnen lässt sich Obst und Gemüse und überhaupt aller möglicher Kleinkram sauber und plastikfrei transportieren.

© Olivier Cochard

Geschenk rein, zuziehen, fertig! Der Clou ist aber, dass Du so nicht nur dieses Weihnachten Verpackungsmüll vermeidest, sondern der Beschenkte auch, und zwar für lange Zeit! Eignet sich auch als subtiler Wink mit dem Zaunpfahl für Verwandte mit bislang schlimmer Plastikbeutel-Umweltbilanz.

Auch schlichte einfarbige Beutel werden mit etwas weihnachtlicher Dekoration noch festlicher: Probier mal, eine getrocknete Orangenscheibe oder einen Tannenzweig mit einer kleinen Wäscheklammer am Beutel zu befestigen.

© Olivier Cochard

Die Marktschwärmer wünschen Dir frohes Einpacken, frohes Auspacken und frohes Weiterverwenden der Verpackungen! P.S. Wir lieben natürlich alle unsere Schwiegermütter von Herzen. Manche dieser Tipps stammen sogar von ihnen.

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